Nach Jahren aktiv gelebter Windows-Ignoranz habe ich mich in den letzten Wochen wieder verstärkt mit Microsofts Windows .NET beschäftigt. Re-Angefixt wurde ich vor allem durch Mono 2.0 , der platformunabhängigen Implementierung von GNOME-Mitbegründer Miguel de Icaza, welche vor kurzem veröffentlicht wurde.

Ich muss ganz ehrlich zugeben, das ich ziemlich erstaunt war über die Weiterentwicklung von .NET. Zu “meiner Zeit” schrieb man die Version 1.1. bzw 2.0.  Inzwischen sind die Jungs bei 3.5 angekommen. Man möge mich jetzt steinigen (Anm.d.Red.:ich werde auch vorläufig nicht mein Linux von der Notebook-Platte putzen), aber irgendwie habe ich den Eindruck, [jetzt kommt die große IMHO-Ecke] das sich die .NET-Welt innerhalb der letzten 2 Jahre deutlich weiter entwickelt hat als das LAMP-Umfeld.

Während bei PHP 5.3alpha nun nach 24 Monaten endloser Diskussionen endlich auch mal Namespaces eingeführt wurden, und eine vollständige Unicode-Implementierung noch immer nicht verfügbar ist, zogen bei .NET bzw. Mono ziemlich abgefahrene Sachen wie LINQ oder Lambda ein. Abgerundet wird das 3.5er Framework zumindest auf Windows-Seite mit den WPF – Windows Presentation Foundation.
[Sarkasmus:] Schließlich gabs im .NET-Umfeld schon ab der ersten Beta zur Jahrtausendwende sowohl Unicode als auch Namespaces, also hatten sie genug Zeit für völlig neue Konzepte. [/Sarkasmus]

Das schöne an der .NET-Geschichte ist in meinen Augen die Portierung Mono : eine Open-Source-Variante (GPL), die das .NET-Framework 2.0 vollständig implementiert. Selbst der C#-Sprachumfang ist inzwischen auf Version 3.0 angekommen. Der größte Aufhänger war für mich aber die Implementierung der Windows.Forms. Als ich mir Mono vor Jahren in einer früheren Version anschaute, war das Framework ohne den “Windows.Forms” verfügbar. Heute lassen sich mit Mono 2.0 u.a. Desktop-Applikationen bauen, welche sowohl unter Windows-Platformen, Linuxen/Unixen (X11-based, GTK)bis hin zu Mac OS-X. Erste Beispiel-Anwendungen aus der Community liegen bereits vor, und sehen sogar recht hübsch aus.

Als Resultat meiner letzten .NET-Exkursionen im Home-Office entstand ein Produkt names s3ganize.

Während ich Amazons Simple Storage Service seit langem für Backups und als Storage für Daten einzelner Web-Applications einsetz, bin ich mit der Software-Landschaft weniger zufrieden. Die Command-Line-Tools für Unix sind zwar schon recht ausgereift, aber sie haben alle ein ganz großes Manko: sie können i.d.R. nur mit einem einzigen S3-Account umgeben. Wer sowohl seinen privaten als auch einen geschäftlichen S3-Zugang auf einem Rechner und bestmöglich mit einer Applikation verwalten will, guckt bislang in die Röhre. Auf der anderen Seite wollte ich eine grafische GUI-Anwendung bauen, mit der man die Barriere zu S3 mit ein wenig Klicki Bunti hoffentlich ganz doll minimiert. Aber darübe schreibe ich in einem anderen Artikel :)